Krankheiten zwischen Haustieren und Menschen - Was Sie wissen müssen

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Krankheiten zwischen Haustieren und Menschen - Was Sie wissen müssen

4 Min. Lesezeit
von PfotenSOS-Team
Aktualisiert: Jan. 2026

Haustiere können in seltenen Fällen Krankheiten auf den Menschen übertragen – und umgekehrt. Dieser Artikel erklärt verständlich, welche Zoonosen es gibt, wie Übertragungen erfolgen, wer gefährdet ist und wie Sie sich und Ihre Tiere verantwortungsvoll schützen können.

Was Sie wissen sollten

Haustiere sind für viele Menschen enge Begleiter und Familienmitglieder. Genau diese Nähe führt jedoch manchmal - besonders in der Erkältungssaison - zu Unsicherheit: Können Tiere Menschen krank machen? Und umgekehrt, kann man selbst sein Tier anstecken, etwa mit einem Lippenherpes?

Diese Sorgen sind verständlich. Gleichzeitig gilt: Die meisten Ängste sind größer als das tatsächliche Risiko. In diesem Artikel erfahren Sie sachlich und beruhigend, welche Krankheiten zwischen Mensch und Haustier übertragbar sind, wie wahrscheinlich das ist und wie Sie verantwortungsvoll damit umgehen können.


Was sind Zoonosen – und was sind Zooanthroponosen?

Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können. Weniger bekannt, aber ebenso existent, sind sogenannte Zooanthroponosen. Dabei erfolgt die Übertragung vom Menschen auf das Tier.

Beide Richtungen sind biologisch möglich, treten im Alltag mit Haustieren jedoch deutlich seltener auf, als viele Menschen befürchten.


Wie können Krankheiten übertragen werden?

Übertragungen benötigen fast immer bestimmte Voraussetzungen. Häufige Wege sind:

  • direkter Körperkontakt (Streicheln, Küssen, Kratzen, Bisse)
  • Kontakt mit Kot, Urin oder Speichel
  • Parasiten wie Flöhe, Zecken oder Milben
  • kontaminierte Gegenstände (Näpfchen, Spielzeug, Käfige)
  • Tröpfchen oder Staubpartikel (vor allem bei Vögeln)

Ein normaler Kontakt oder das Zusammenleben reicht in der Regel nicht aus, um eine Infektion auszulösen.


Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind

Toxoplasmose (vor allem Katzen)

Der Parasit Toxoplasma gondii kommt vor allem im Katzenkot vor. Eine Ansteckung erfolgt meist nicht direkt über die Katze, sondern über:

  • unsachgemäß gereinigte Katzentoiletten
  • rohes oder unzureichend gegartes Fleisch
  • Arbeiten im Garten
  • ungewaschenes Gemüse

Für gesunde Erwachsene ist eine Infektion meist harmlos. Schwangere und immungeschwächte Personen sollten vorsichtiger sein.


Katzenkratzkrankheit

Diese bakterielle Erkrankung wird durch Kratzer oder Bisse übertragen. Symptome können geschwollene Lymphknoten, Fieber und Abgeschlagenheit sein. In den meisten Fällen heilt sie ohne Komplikationen aus.


Salmonellen

Salmonellen kommen häufiger bei Reptilien, Jungtieren oder Tieren mit Durchfall vor. Sie verursachen beim Menschen Magen-Darm-Erkrankungen. Gründliche Handhygiene ist hier der wichtigste Schutz.


Würmer

Hunde und Katzen können verschiedene Wurmarten tragen. Die Übertragung erfolgt meist indirekt über Erde, Sand oder ungewaschene Hände. Regelmäßige Entwurmung und Hygiene minimieren das Risiko stark.


Hautpilze

Pilzinfektionen können relativ leicht zwischen Tier und Mensch übertragen werden. Sie äußern sich durch runde, juckende Hautveränderungen. Kinder sind häufiger betroffen, da sie engen Hautkontakt haben.


Tollwut

In Deutschland und vielen europäischen Ländern ist Tollwut bei Haustieren durch Impfprogramme sehr selten geworden. Weltweit existiert sie jedoch weiterhin, insbesondere bei Wildtieren.


Kann der Mensch sein Haustier anstecken?

Diese Frage beschäftigt viele Tierhalter – oft stärker als das Risiko in die andere Richtung.

Herpes simplex (Lippenherpes)

Ein häufiges Beispiel ist Lippenherpes beim Menschen. Die gute Nachricht: Das humane Herpes-simplex-Virus ist spezifisch für den Menschen. Es kann nicht auf Katzen oder Hunde übertragen werden. Bei Kaninchen sind in seltenen Fällen Übertragungen - mit schweren Krankheitsverläufen - möglich.


Erkältungs- und Grippeviren

Die meisten Erkältungs- und Influenzaviren sind ebenfalls artspezifisch. Ein Mensch mit Erkältung steckt sein Haustier in der Regel nicht an. Umgekehrt gilt das Gleiche.


COVID-19

In seltenen Fällen konnten Menschen SARS-CoV-2 auf Tiere übertragen, vor allem auf Katzen, Nerze oder Hamster. Die Tiere zeigten meist keine oder nur milde Symptome. Eine relevante Rückübertragung auf den Menschen ist sehr selten.


Bakterielle Infektionen

Bestimmte Bakterien können theoretisch vom Menschen auf Tiere übergehen, etwa bei sehr engem Kontakt oder offenen Wunden. In der Praxis ist dieses Risiko bei gesunden Menschen und Tieren gering.


Wer sollte besonders aufmerksam sein?

Ein etwas höheres Risiko besteht bei:

  • sehr jungen, alten oder immungeschwächten Menschen
  • frisch operierten oder verletzten Tieren
  • intensiver, enger Körperkontakt

Auch hier gilt: Vorsicht bedeutet nicht Verzicht, sondern bewusster Umgang.


Was hilft gegen Angst vor Ansteckung?

Angst entsteht oft durch Unsicherheit. Diese Punkte helfen, sie realistisch einzuordnen:

  • Die meisten Erreger sind streng artspezifisch
  • Gesunde Tiere übertragen selten Krankheiten
  • Hygiene senkt das Risiko drastisch
  • Tierärztliche Vorsorge, inkl. Impfungen und Parasitenprophylaxe, schützt Mensch und Tier
  • Panik ist in fast allen Fällen unbegründet

Wenn Sie unsicher sind, kann ein Gespräch mit Ihren Tierarzt oder Hausarzt sinnvoll sein.


Fazit

Krankheiten können theoretisch zwischen Haustieren und Menschen übertragen werden, sowohl vom Tier auf den Menschen als auch umgekehrt. In der Praxis sind solche Fälle jedoch selten und meist gut kontrollierbar. Achten Sie auf allgemeine Hygiene und lassen Sie ihr Tier regelmäßig tierärztlich behandeln - dies senkt weiteren Risiken stark.

Häufig gestellte Fragen

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema auf einen Blick.

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